„Frauen lesen für Frauen“ – Literarischer Abend zum Thema „Frauenschicksale“ im Landschaftsmuseum
Zum Abschluss des Frauentags fand am Sonntagabend im Bad Dübener Landschaftsmuseum zum zweiten Mal die Veranstaltung „Im kleinen Rahmen“ unter dem Motto „Frauen lesen für Frauen“ statt. Die Resonanz war groß: Schnell hatten sich genügend freiwillige Vorleserinnen gefunden und insgesamt 25 Frauen folgten der Einladung als Gäste.
Franziska Heßler-Husung, Organisatorin auf Seiten des Landschaftsmuseums, begrüßte die Besucherinnen und stimmte sie in der gemütlichen, fast wohnzimmerartigen Atmosphäre auf den Abend und die Geschichten ein, die erzählt werden sollten. Durch das Programm führten Katharina Obst und Daniela Peschel-Droske von der AWO-Bibliothek. Gleich zu Beginn erinnerten sie daran, wie wichtig Literatur ist, um Geschichten und Erfahrungen von Menschen zu bewahren.
Den Auftakt machte Claudia Melzer mit Kurzgeschichten aus „Kleine Kratzer“ der Psychoanalytikerin Jane Campbell. Anschließend las Christiane von Gahlen aus Sibylle Bergs Buch „Und ich dachte, es sei Liebe“ Abschiedsbriefe von Frauen an ihre ehemaligen Partner – mal nachdenklich, mal mit einem Augenzwinkern.
Zum zweiten Mal als Vorleserin dabei war Gundel Adler. Sie stellte eine Geschichte aus Geralf Pochops „Tanz auf dem Vulkan“ vor. Darin berichtet eine junge Frau aus der ostdeutschen Punkszene über ihre Erfahrungen im Gefängnis während der Zeit vor der Wende – eine eindringliche Erzählung über Rebellion und drastische Konsequenzen.
Petra Wiesner-Bley aus Rösa, die selbst Geschichten schreibt, las anschließend aus ihren eigenen Texten vor. Mit „Klassentreffen“, „Es reicht“ und „Jedes auf seine Art“ nahm sie die Zuhörerinnen mit in lebensnahe Situationen, die sichtlich für gute Unterhaltung sorgten.
Den Abschluss des Abends gestaltete Johanna Samuel mit Gedichten aus der Sammlung „Von Herzen – Liebesgedichte zum Inwendiglernen und Weitersagen“ von Katharina von Savigny. Die Texte spannten einen Bogen über alle Facetten der Liebe – vom ersten Verlieben über Leidenschaft bis hin zu Abschied und Neuanfang.
Die Veranstaltung erwies sich als ein stimmungsvoller und berührender Abschluss des Frauentags. Unterschiedliche Frauenschicksale rückten in den Mittelpunkt und zeigten eindrucksvoll, wie Literatur Geschichten starker Frauen bewahren kann – mit Worten, die trösten, aufrütteln, erinnern und Räume für Mut, Selbstbestimmung und Veränderung schaffen.
Ein herzliches Dankeschön geht abermals an die Organisatorinnen, Vorleserinnen und Zuhörerinnen.