Delitzsch. Anfang Juni bekamen die Abschlussklassen der Pestalozzischule Delitzsch die Möglichkeit, Elternschaft einmal „auszuprobieren“. Zwei Mitarbeiterinnen der Schwangerenberatungsstellen des AWO-Kreisverbandes Nordsachsen e.V. besuchten die Schüler mit neun Babysimulatoren, die über jeweils eine Stunde betreut werden mussten – inklusive Füttern, Wickeln und Beruhigen.
„Unsere Simulatoren orientieren sich an den Tagesabläufen echter Babys“, erklärt Nicole Julich von den Beratungsstellen Eilenburg und Bad Düben. Die Reaktionen der 18 Teilnehmenden waren unterschiedlich: Einige waren stolz auf ihre Fürsorgefähigkeiten, andere froh, das „Baby“ wieder abgeben zu können. Trotzdem beschrieben viele die Betreuung als den spannendsten Teil des Projekts.
Je nach Schule kann das Projekt nur einen Tag oder sogar mehrere Tage und Nächte dauern. „Wichtig ist, dass die Schüler Lust darauf haben. Dann nehmen sie die Betreuung ernst“, so Joana Poschmann aus der Beratungsstelle Delitzsch.
Ziel ist es, Jugendliche für die Herausforderungen von Elternschaft zu sensibilisieren. Dabei werden auch Themen wie Überforderung, Hilfeangebote, Verhütung, Sexualität und Selbstbestimmung besprochen. Besonders eindrücklich ist der Einsatz spezieller Simulatoren, die die Folgen von Alkohol- und Drogenkonsum in der Schwangerschaft darstellen – zum Beispiel durch Zittern oder schrilles Schreien. Viele Schüler reagieren darauf betroffen und nachdenklich.
Weitere Projekttage sind bereits in Planung. Interessierte Schulen können sich bei den Beratungsstellen des AWO Kreisverbandes Nordsachsen e.V. melden.
Kontakt:
www.awo-nordsachsen.de