Quelle: LVZ Lokales Nordsachsen Bad Düben online - 21.07.2025, Steffen Brost
Kossa. Das Gerücht hält sich hartnäckig im Laußiger Ortsteil Kossa. Seit Tagen wird dort behauptet, dass die Kindertagesstätte Am Regenbogen im Görschlitzer Weg 20 angeblich dicht gemacht wird. „Alles Quatsch“, entgegnet ein erzürnter Ortschaftsratsvorsitzender Olaf Prautzsch am Telefon. „Ich weiß nicht, wer so etwas in die Welt gesetzt hat. Das ist nur dummes Gequatsche.“ Prautzsch hält mit seiner Kritik aber auch nicht hinterm Berg.
Aus seiner Sicht werden die Gerüchte noch weiter angeheizt, weil aus seiner Sicht aktuell mehr in die Kindereinrichtung im Nachbarort Pressel investiert wird. „Die Kinderzahlen werden zurückgehen. Das ist uns bewusst. Aber von einer Schließung ist hier überhaupt nicht die Rede. Der Kossaer Ortschaftsrat steht hundertprozentig hinter seiner Kindertagesstätte“, so Prautzsch weiter.
„Ich weiß nicht, wer so etwas in die Welt gesetzt hat. Das ist nur dummes Gequatsche.“ Olaf Prautzsch, Ortschasftsratsvorsitzender Kossa
Betreiber der beiden Einrichtungen in Pressel und Kossa ist der Arbeiterwohlfahrt-Kreisverband Nordsachsen. Dessen Geschäftsführer Marko Schreiber ist genauso entsetzt über solche Aussagen. „Hier wird gar nichts geschlossen. Ich muss da erstmal die Tage in die Kita fahren und das Personal beruhigen. Ich weiß nicht, wer so etwas in die Welt setzt“, schimpft Schreiber. Größtes Problem ist, das wegen der Gerüchte mittlerweile drei Eltern ihre Kinder aus der Kindertagesstätte ab- und in Pressel angemeldet haben.
Derzeit sind laut Aussage von Schreiber noch 20 Mädchen und Jungen in der Einrichtung. „Wir haben dort eine Kapazität von bis 20 Kinder in der Krippe und 30 Kinder im Kindergartenbereich. Aktuell ist das noch alles tragbar. Aber niemand kann in die Glaskugel schauen, was in einem, zwei oder drei Jahren ist. Wenn natürlich Eltern ihre Kinder grundlos rausnehmen und in den Nachbarort schicken, dann kann man sich an den Fingern abzählen, was dann irgendwann die Konsequenz sein kann.“
Auch Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider kennt die Gerüchte aus seinem Ortsteil. „Dass Kinderzahlen perspektivisch sinken, das ist nicht nur eine Situation, die wir in Laußig haben. Eine Kita im Ort ist Lebensqualität für die dort lebenden Familien und enorm wichtig. Aber sie muss sich auch wirtschaftlich widerspiegeln. Entscheidend ist, dass Kinder, die in unseren Ortsteilen wohnen, auch dort eine Möglichkeit haben, in eine Kita gehen zu können. Letztlich liegt das aber auch in den Händen der Eltern“, sagt Schneider.
Das Gemeindeoberhaupt weiß, dass sich in den kommenden Jahren die Kinderzahlen nach unten bewegen werden. „In Authausen schulen wir dieses Jahr nochmal zwei erste Klassen ein. Ob sich das wiederholen wird, bezweifle ich. Was kommt, weiß niemand, und wir müssen abwarten, wohin sich der Trend entwickelt.“
Das Kinderhaus am Regenbogen blickt mittlerweile auf eine über 60-jährige Geschichte zurück. Zahlreiche Umbauten ließen die Einrichtung zu einem hellen und großen Wohlfühlort werden. Das einstöckige Gebäude aus DDR-Zeiten wurde modernisiert und teilt sich in einen Krippen- und einen Kindergartenbereich. Es gibt verschiedene Funktionsräume, einen Bewegungsraum sowie Familien- und jahreszeitbezogene Projekte wie Tanzen für Kinder, Zwergenmusik und Waldwandertage.