So läuft die Notbetreuung in Kitas und Schulen in der Region

Quelle: LVZ, Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung, 19.03.2020, Steffen Brost

So läuft die Notbetreuung in Kitas und Schulen in der Region

In den Einrichtungen werden derzeit nur wenige Kinder betreut / Einige Anträge von Eltern bestimmter Berufsgruppen laufen noch

Region. Schulen und Kitas sind seit Mittwoch geschlossen. Eltern müssen bis nach den Ferien die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren. Lediglich eine Notbetreuung wird aufrecht erhalten, wenn Eltern in sogenannten kritischen Berufen arbeiten oder alleinerziehend sind. Dazu zählen Polizisten, Feuerwehrleute, medizinisches Personal, Ärzte und
Mitarbeiter der öffentlichen Infrastruktur. Die Notbetreuung ist aber nur möglich, wenn beide Elternteile in solchen Berufen arbeiten. Wie die Situation an Schulen und Kitas am ersten Tag der Schließung aussieht – die LVZ fragte nach.

In der Dr.-Belian-Grundschule in Eilenburg werden acht Kinder betreut, ab kommenden Montag werden es neun sein, teilte Schulsekretärin Angelika Bennühr mit. Die Kinder würden am Vormittag von Lehrern betreut, ab Mittag gehen sie in den Hort. „Die Eltern arbeiten toll mit, sie haben großes Verständnis gezeigt“, so Bennühr. Am Montag hatte es wegen der angekündigten Schulschließung viele Anrufe gegeben. Inzwischen habe sich dies gelegt. An der Belian-Schule lernen 189 Mädchen und Jungen.

Von 120 Jungen und Mädchen an der Grundschule in Jesewitz werden fünf in der Einrichtung betreut. Wie Schulleiterin Kerstin Bröse sagte, seien jeden Tag vier Lehrer und sie vor Ort, die anderen Lehrer arbeiten im Homeoffice. Die Schule hatte am Dienstag Aufgabenpakete erstellt und diese im Eingangsbereich bereitgelegt. Dies habe „sehr gut funktioniert, alle Pakete sind weg“, so die Schulleiterin weiter.

In der städtischen Kita „Bärchen“ in Eilenburg werden zwei Kinder betreut. „Ich denke, unsere Eltern habe alle eine gute Lösung gefunden, ihre Kinder zu betreuen“, sagte Leiterin Antje Heyde.

Auch die Berufsschulen in der Region sind geschlossen. Die Schüler haben Aufgaben erhalten. „Der Lehrplan muss ja schließlich erfüllt werden“, sagt Dagmar Fröhlich, Leiterin des Berufsschulzentrums Eilenburg auf der Roten Jahne.

„Es lief ruhig ab“, sagt Diana Ruhland. Die Leiterin der Grundschule Delitzsch-Ost bedankt sich bei allen Eltern für ihr Verständnis und dafür, wie sie alles organisiert haben. Natürlich gebe es Ängste und Unsicherheiten, sagt Ruhland. „Wir haben aber heute morgen nichts Negatives erlebt. Unsere Eltern waren umfassend informiert.“ Zwölf Kinder besuchten
die Einrichtung am ersten Tag der Notfallbetreuung. „Ich gehe davon aus, dass weitere dazukommen, weil noch  Anträge laufen“, sagt Ruhland. Ansonsten lernen an der Beerendorfer Straße 217 Schüler. Es sei wichtig, dass die Versorgung funktioniert, weil viele der jetzt zu betreuenden Kinder von Ärzten, Polizisten, Verkäufern und anderen Berufen der systemrelevanten Gruppen seien.

Das Delitzscher Ehrenberg-Gymnasium stellt seinen mehr als 940 Schülern regelmäßig neue Aufgaben für Zuhause zur Verfügung, erklärt Schulleiter Frank Werner. Eine Notfallbetreuung gibt es ausschließlich für Kitas und Grundschulen. Die Aufgaben aus allen Fächern können auf der Internetseite der Bildungseinrichtung abgerufen werden. Die notwendigen Schritte habe das Gymnasium bereits am Wochenende eingeleitet. „Die Schüler sind erst einmal versorgt“, sagt Werner. Für Rückfragen können sich die Fünft- bis Zwölftklässler per Mail an ihre Lehrer wenden. Für die jüngeren Gymnasiasten hat die Schule zusätzlich ein Merkblatt angefertigt, das ihnen dabei helfen soll, ihren Schultag im Heimunterricht selbst zu strukturieren. Auf der Schulhomepage wird unter dem Punkt „Lernzeit 510“ erklärt, welche technischen Voraussetzungen es gibt und wie der Unterricht umgesetzt werden soll. Für Schüler, die vor den Abi-Prüfungen stehen und deren Eltern empfiehlt Frank Werner, sich regelmäßig auf der Internetseite www.bildung.sachsen.de zu informieren. Dort werden häufig gestellte Fragen beantwortet.

In der Heide-Grundschule Bad Düben liefen die Organisation der Betreuung und die Aufgabenverteilung für Zuhause weitgehend stressfrei. „Alles war gut organisiert. Die Informationskette lief über Lehrer und Elternsprecher weiter bis zu den Eltern. Ich danke allen meinen Kollegen für den reibungslosen Ablauf“, sagte Schulleiterin Sylvia Krause. Alle
187 Mädchen und Jungen der 1. bis 4. Klassen haben Aufgaben bis Ostern erhalten. Auch eine Notbetreuung findet für Kinder aus Elternhäusern, wo Eltern beispielsweise in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen arbeiten, statt. „Diese läuft seit Mittwoch. Aktuell haben wir ein Kind da. Aber das wird sich jetzt immer wieder ändern“, so Krause weiter.

Auch in der Arbeiterwohlfahrt-Kindertagesstätte Spatzenhaus ist eine Notbetreuung eingerichtet. Zehn Kinder sind hier versorgt. „Es ist alles schon eine beunruhigende Situation. Aber wir haben die Anweisungen von Träger und Stadt sehr ernstgenommen und einen Notfalleinsatzplan ab Mittwoch erstellt. Ein Teil unserer Kollegen bleibt zu Hause, der andere kümmert sich um die zu betreuenden Mädchen und Jungen. Die Anzahl schwankt, weil Eltern ihre Kinder nur zu uns bringen, wenn sie tatsächlich auf Arbeit müssen. Diese Maßnahme gilt vorerst bis zu den Osterferien. Alle haben viel Verständnis für diese außergewöhnliche Lage“, sagte Spatzenhausleiterin Simone Walter. nf/mhs/bro

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